„Spirituelles Erwachen ist kein olympischer Wettbewerb —
auch wenn manche auf Gold hoffen.“
Der Kern des Getrenntseins
Wir Menschen haben lange aus einem Bewusstsein heraus gelebt, das uns, begrenzt in einer Matrix, vom unmittelbaren Erleben unseres wahren Seins als Teil der Schöpfung getrennt hat. In diesem Zustand blieben uns unsere eigene Spiritualität, unsere Kraft und die tiefe Verbundenheit mit allem, was ist, durch die „Schleier des Vergessens“ weitgehend verborgen.
Aus genau diesem inneren Verständnis der Trennung hat sich vieles entwickelt, was unsere Welt bis heute prägt. Die größten Herausforderungen, die daraus erwachsen sind, zeigen sich in Gefühlen von Macht und Ohnmacht, im Empfinden von Mangel, tief vergraben als Schmerz oder Trauer im Herzen, in der Orientierung an äußeren Autoritäten sowie in der fortwährenden Suche nach dem eigenen Wert und dem Sinn des Lebens außerhalb von uns selbst.
Oft sprechen wir davon, uns für eine neue Dimension des Seins zu öffnen, in der eine neue Qualität von Wahrnehmung in der Ruhe, neues Denken und echte Verbundenheit überhaupt erst möglich werden. Und doch schleichen sich gerade auf diesem Weg sehr schnell altbekannte Muster ein: die leise Vorstellung, selbst auf der „richtigen“ Spur zu sein oder auf jeden Fall dem Wandel und allen anderen ein Stück voraus. Schnell entsteht die Idee, man selbst sei näher an der neuen Dimension, während andere zurückbleiben und leider keinen Platz in unserem großen Boot finden, in dem wir doch am Ende alle sitzen!
Aber ganz genau hier lohnt sich ein ehrlicher Blick. Die neue Dimension trägt eine andere Einladung in sich: Bewertungslosigkeit, das Empfinden von Fülle, Offenheit im Denken und das Gefühl von Verbundenheit. Wenn spirituelle Vorstellungen beginnen, Menschen einzuordnen, zeigt sich, dass doch alte Bewertungsmuster wieder auftauchen — sicher ganz ohne Absicht.
Deshalb möchte ich die Esoterikszene ein wenig beleuchten — ein Feld, in dem ich selbst viele Jahre zu Hause war und mit dem ich mich eine Zeitlang identifiziert habe. Heute schaue ich anders darauf und stelle meine damalige Arbeit ebenso wie Bücher und Seminare bewusst in Frage. Nicht aus Ablehnung, sondern aus dem Wunsch, Wachstum in ein neues Denken, in eine neue Dimension, zuzulassen, und neue Perspektiven zu öffnen.
Dieser Blick ist keine Abrechnung,
sondern eine Einladung:
innezuhalten, Gewissheiten zu prüfen und die neue Dimension als Raum zu verstehen, in dem Verbundenheit entsteht — jenseits von Bewertung und altem Hierarchieanspruch.
Zunächst: für mich gibt es einen feinen Unterschied zwischen Spiritualität und Esoterik. Spiritualität ist nichts Exklusives für einige Wenige, und nichts, das man erwerben oder lernen muss. Sie gehört zum Menschsein selbst — und darüber hinaus zu allem Lebendigen. Jeder Mensch, jedes Wesen, selbst die Erde trägt diese innere Verbundenheit in sich. Spiritualität ist ein Wort für diese natürliche Beziehung zum Leben, die tiefe Verbundenheit mit der Schöpfungsebene, das Sein.
Es ist letztlich gleichgültig, ob du sonntags in die Kirche gehst,
Reiki praktizierst oder dich hinter einem Amtstitel verschanzt — in weiten Teilen unseres Lebens kreist alles um dieselbe Kunst: der echten Eigenverantwortung auszuweichen. Die Kulissen wechseln, das Grundmuster bleibt. Wir suchen Systeme, Rollen und Erklärungen, die uns führen, entlasten und rechtfertigen, statt uns der rohen Freiheit des eigenen Handelns zu stellen.
Auch Esoterik ist in diesem Sinne kein Ausstieg aus diesem Spiel, sondern eine weitere Bühne darin: ein Geflecht aus Deutungen, vermeintlichem Wissen, mehr sehen können als Andere, Macht, Methoden und Konzepten, geschaffen als menschlicher Versuch, Sinn, Ordnung und Halt zu konstruieren. Nicht als endgültige Wahrheit, sondern als Struktur, in der sich Verantwortung elegant verteilen — oder vermeiden — lässt. Esoterik ist also nicht ein Gegenentwurf zur Kirche, sondern ihr Spiegel, in neuem Gewand. Andere Begriffe, andere Bilder, doch oft dieselben Mechanismen: Deutungshoheit, geistige Führung, Hierarchien und subtile mentale Maßregelungen. Was als Befreiung verkauft wird, reproduziert nicht selten genau jene Strukturen, von denen man sich absetzen wollte. Auch Verschwörungserzählungen bedienen dieses Muster — sie liefern geschlossene Erklärungssysteme, klare Schuldzuweisungen und das Gefühl, zu einer wissenden Gruppe zu gehören. Kirche, Esoterik und Verschwörungsglauben wirken so wie Varianten desselben menschlichen Impulses: dem Bedürfnis, Unsicherheit zu ordnen, dem Unsichtbaren eine feste Form zu geben und darin Halt, Bedeutung und Zugehörigkeit zu finden. Unterschiedliche Bühnen, doch ein vertrautes Drehbuch.
Diese Unterscheidung lädt ein zum Verstehen, nicht zum Bewerten:
Spiritualität ist das, was ohnehin da ist. Esoterik ist eine mögliche Interpretation davon. Und je klarer wir das auseinanderhalten, desto freier können wir uns im eigenen Erleben bewegen.
Die esoterische Bewegung ist komplex und ich möchte hier nur einige markante Erscheinungen aufzählen, mit all ihren Messen (Ups!, heißen die in der Kirche nicht auch so?), Kongressen und den mannigfaltigsten Erscheinungen im Alltag, wie Bewusstseinsarbeit, New-Age-Spiritualität, Achtsamkeit und Präsenzpraxis, integrale Spiritualität, Aufstellungsarbeit in allen Spielarten, Persönlichkeitsentwicklung mit spirituellem Fokus, Schattenarbeit, Innere-Kind-Arbeit und spirituelles Coaching versprechen Orientierung in einer Zeit, in der vieles ins Wanken geraten ist. Dazu kommen esoterische und energetische Systeme wie Astrologie, Numerologie, Human Design, Gene Keys, Tarot, Wirbelsäulenbegradigung, Heilsteine, Räucherwerk, Orakel, Reiki, Chakra- und Aura-Arbeit, Kristalle, Pendeln oder Radiästhesie. Ergänzt wird dieses Feld durch Bewusstseins- und Realitätsmodelle wie das Gesetz der Anziehung, Manifestationslehren, Matrix- und Realitätsmodelle, Dimensions- und Aufstiegsnarrative, Quanten-Spiritualität oder spirituell interpretierte Simulationstheorien. Hinzu kommen Körper-Geist-Heilansätze wie Meditation, Atemarbeit, Yoga, somatische Arbeit, Energiepsychologie und ganzheitliche Heilmethoden sowie mystische Grenzbereiche mit Channeling, Jenseitskontakten, Engel- und Lichtwesen-Lehren, Starseed-Erzählungen, verschwörungsnahen spirituellen Weltbildern und esoterischen Heilversprechen. Abgerundet wird das Ganze durch Lebensphilosophien, Sinn- und Wertearbeit, Coaching mit spiritueller Sprache, Transformationsmodelle und Bewusstseinsseminare und noch Vieles andere mehr. Und stell dir vor: all das rettet dich nicht!
Aber all diese Ansätze haben eines gemeinsam:
Sie bieten Deutung. Sie wollen dich heilen, wo nix zu heilen ist, Sie erklären dir, was du fühlen sollst, was du dir selbst nicht zutraust zu spüren und sie liefern dir Erklärungen dafür, warum etwas geschieht, warum du fühlst, was du fühlst, warum dein Leben gerade so verläuft, wie es verläuft und ihre Vertreter denken tatsächlich, sie wüssten was für dich und ihre restliche Gefolgschaft richtig ist. Und da wird es kritisch! Orientierung kann entlasten, sie kann Halt geben, sie kann helfen, innere Prozesse einzuordnen. Gleichzeitig entsteht ein neues Abhängigkeitsverhältnis, das sich leiser, vielleicht zugänglicher und freundlicher, eleganter zeigt als unsere bekannten alten Autoritätssysteme. Esoterik wirkt zum Teil modern, frei, bewusst. Doch sie bedient gleiche Bedürfnisse und Mechanismen wie Religion, Schulmedizin, Finanzsysteme sowie andere Ideologien und Dogmen.
Typische Versprechen ziehen sich durch nahezu alle esoterischen Szenen. Es geht um Identität und Selbstwert, um die Idee, einer der 144000 Auserwählten zu sein, die den Aufstieg machen, weiter zu sein als andere, eine besondere Mission zu haben oder endlich das wahre Selbst zu finden. Es geht um Sicherheit und Kontrolle, um das Versprechen, erklären zu können, warum alles passiert, Energien zu verstehen und das eigene Leben gezielt zu steuern. Es geht um Heilung und Erlösung, um die Aussicht, Blockaden zu lösen, die Vergangenheit zu heilen und danach frei zu sein. Es geht um Aufstieg und Entwicklung, um nächste Bewusstseinsebenen, beschleunigtes Erwachen und die beste Version seiner selbst. Es geht um Zugehörigkeit, um Gleichgesinnte, um das Gefühl, mehr zu sehen als andere und Teil einer erwachten Gruppe zu sein. Es geht um Abkürzungen, um Kurse, die Jahre sparen, um direkten Zugang zu höherem Wissen, (dem Paradies?) und schnelle Transformation. Und es geht um Orientierung, um den richtigen Weg, die richtige Methode, das Öl, die Nahrungsergänzung, die eine Wahrheit darüber, wie das Leben wirklich funktioniert.
Der Wunsch nach einer Schublade –
genannt Matrix
Der menschliche Drang, einsortiert zu werden, ist ein erstaunlich stabiles Relikt der alten Matrix. Statt die eigene Widersprüchlichkeit auszuhalten, greifen viele lieber nach einem System, das ihnen erklärt, wer sie angeblich sind. Astrologie, Numerologie oder Human Design liefern dafür fertige Etiketten. Das innere Chaos bekommt eine hübsche Verpackung, und plötzlich fühlt sich Identität handhabbar an. Man gehört dazu, ist definiert, eingeordnet — und genau das wirkt beruhigend.
Im Grunde unterscheidet sich das kaum von der Erleichterung, endlich eine medizinische Diagnose zu erhalten. Selbst wenn sie unbequem ist, bringt sie Ordnung ins diffuse Erleben. Ein Name ersetzt Unsicherheit. Das Gefühl von Kontrolle entsteht nicht aus Wahrheit, sondern aus Struktur. Die alte Matrix liebt solche Kategorien, weil sie Komplexität reduziert und Menschen in erklärbare Muster presst.
Diese Systeme versprechen Orientierung, funktionieren aber oft wie mentale Komfortzonen. Sie liefern Geschichten über das eigene Wesen, die angenehmer sind als die offene Frage nach echter Selbstverantwortung. Einsortiert zu sein heißt, sich innerhalb eines Rahmens zu bewegen, der Sicherheit vorgaukelt. Die eigentliche Provokation liegt darin, zu erkennen, dass kein Modell den Menschen vollständig erfassen kann — und dass die Freiheit jenseits dieser Schubladen beginnt, dort, wo die alte Matrix ihren Halt verloren hat.
Es braucht gerade ein bisschen Mut,
das auszusprechen:
Das, was heute als Erwachen, Heilung oder spirituelle Entwicklung verkauft wird, dreht sich um alte Muster — nur in neuer Verpackung. Autoritäten, Deutungen, Versprechen, Hierarchien. Einerseits kommen sie aus Kirche oder dem Staat, mit seinen Institutionen. Andererseits erscheinen sie als Systeme, Lehrer, Methoden oder Szenen, die erklären wollen, wie du zu leben, zu fühlen oder dich zu entwickeln hast. Und solange der Mensch glaubt, jemand außerhalb von ihm wisse besser, was richtig ist, bleibt er im selben Kreis — selbst dann, wenn dieser Kreis „bewusst“ genannt wird.
Gehörst du — oder bist du?
Viele Menschen glauben, sie hätten alte Abhängigkeiten hinter sich gelassen, während sie gleichzeitig neue erschaffen. Sie tauschen religiöse Dogmen gegen spirituelle Konzepte, moralische Urteile gegen energetische Bewertungen, äußere Regeln gegen innere Optimierungsprogramme. Statt „Sünde“ heißt es „Blockade“. Statt „Erlösung“ heißt es „Aufstieg“. Statt „Autorität“ heißt es „Coach“. Das Muster bleibt vertraut: Orientierung wird nach außen verlagert. Verantwortung wird geteilt oder abgegeben. Und die leise Hoffnung bleibt bestehen, dass niemand die eigene Scheinheiligkeit ent-deckt und dass jemand anderes einem den richtigen Weg zeigen und ihn sogar hoffentlich für einen gehen kann, wenn man genug Ablass zahlt.
Doch genau hier endet eine alte Bewegung — und beginnt etwas radikal Neues.
Die neue Dimension, von der so viele sprechen, ist kein weiteres spirituelles Level, kein geheimes Wissen und kein exklusiver Zustand für einige Wenige, die „richtig“ sind. Sie ist kein System, das gelernt werden muss, und kein Ziel, das erreicht werden kann. Sie beginnt dort, wo die Suche nach Autorität leiser wird. Wo der Mensch erkennt, dass jede äußere Erklärung nur ein Angebot ist — niemals eine Wahrheit über sein inneres Erleben.
In dieser neuen Qualität verschiebt sich das Grundlegende: Urteile verlieren ihre Macht. Nicht, weil plötzlich alles gleichgültig wird, sondern weil Wahrnehmung wichtiger wird als Bewertung. Du musst nicht mehr entscheiden, wer recht hat, welche Methode überlegen ist oder welches Konzept „höher schwingt“. Diese Fragen verlieren ihre Dringlichkeit, sobald Orientierung wieder innen entsteht.
Das ist der eigentliche Bruch mit alten Mustern:
Freiheit bedeutet hier nicht, gegen Systeme zu kämpfen oder sie abzulehnen. Freiheit entsteht, wenn Systeme ihren Platz verlieren, dich zu definieren. Kirche, Esoterik, Wissenschaft, Coaching — all das kann existieren, ohne dein inneres Maß zu bestimmen. Du hörst zu, prüfst, fühlst — und entscheidest aus dir heraus, folgst aber nie mehr blind und ohnmächtig fremden „Tätern“, ganz gleich wie sie sich nennen.
In dieser Haltung wird Entwicklung leiser. Kein Wettlauf, kein Aufstieg, kein ständiges „Besserwerden“. Wachstum geschieht als natürlicher Prozess, genau in dem Tempo, wie es für DICH passt, nicht als Projekt. Zweifel werden zu Wegweisern statt zu Fehlern, für du dich als Versager fühlst. Fragen dürfen offen bleiben. Nicht alles braucht sofort eine Erklärung. Das Leben entfaltet Bedeutung, oft erst im Rückblick — und genau darin liegt die neue Dimension der Gelassenheit.
Alltagstauglich zeigt sich die neue Dimension überraschend schlicht:
Du merkst, dass du eine Entscheidung triffst, ohne sie vorher durch fünf Systeme zu prüfen oder zig vermeintliche Fachleute oder Freunde zu befragen. Du spürst Müdigkeit und erlaubst dir Ruhe, ohne sie energetisch einordnen zu müssen. Du hörst Meinungen, ohne sie automatisch zu übernehmen oder zu bekämpfen und nimmst deine entspannt persönliche Haltung ein. Gespräche verlieren den Kampf um Wahrheit und werden zu emphatischem Austausch. Und langsam entsteht ein Gefühl von innerer Weite: weniger Rechtfertigung, weniger Bewertung, mehr unmittelbares Erleben, einfach SEIN.
Treffend gesagt:
Die neue Dimension interessiert sich nicht für spirituelle Rangordnungen. Sie fragt nicht, wie „erwacht“ du bist und richtet sich nicht nach der Zahl deiner täglichen Meditationen, nach deinen guten Taten, Gebeten, ob du die Umwelt schonst, danach ob du Vegetarier oder Yogi, Buddhist bist, ob du die Nummer 9 oder im Sternzeichen Jungfrau bist, oder ob du wieder einen Kredit für die neueste heilversprechende Ausbildung aufgenommen hast. Sie misst dich nicht an Konzepten. Sie entsteht in dir, in dem Moment, in dem du aufhörst, dich über Systeme zu definieren, festzuhalten — und beginnst, dich wahrhaft zu spüren, deine wirkliche Spiritualität, Verbundenheit, ganz individuell zu entdecken und deiner eigenen Wahrnehmung zu vertrauen.
Das bedeutet nicht, dass Wissen verschwindet. Es bedeutet, dass dein Wissen dich „herzlich“ inspiriert, ohne dich von oben herab aus deinem Ego oder abgetrennt von außen zu führen. Und genau dort beginnt echte Selbstverantwortung — nicht als Pflicht, sondern als natürliche Bewegung zu deinem Herz, zu Verbundenheit.
Ein besonders ehrlicher Prüfstein für Freiheit oder spirituelles Gefängnis ist das Thema Geld und Anerkennung.
Freiheit bedeutet auch: Du darfst wachsen, ohne dass dein innerer Wert an Zertifikate, Kurse oder Investitionen gekoppelt ist. Erfahrung zählt mehr als Titel. Entwicklung entsteht im Leben — nicht mit einer Unterschrift auf Papier. Ein spirituelles Gefängnis beginnt dort, wo Anerkennung verkauft wird. Wenn dir vermittelt wird, dass du erst nach der nächsten Ausbildung, dem nächsten Siegel oder der nächsten Zahlung „weiter“ bist. Dann wird Entwicklung zur Ware — und dein innerer Weg zum Markt.
Die provokante Frage lautet: Investierst du in echte Erfahrung — oder in das Gefühl, jemand zu sein? Freiheit zeigt sich dort, wo Geld seinen Platz behält, ohne deinen Wert zu definieren. Denn Bewusstsein lässt sich weder kaufen noch zertifizieren.
Am Ende läuft alles auf eine
unbequeme Wahrheit hinaus:
Niemand hat ein Recht auf deine innere Erfahrung. Kein System, kein Coach, kein spirituelles Modell, keine Szene. All das kann inspirieren, erklären, anregen. Doch Orientierung entsteht erst dort, wo du wieder lernst, deiner eigenen Wahrnehmung Gewicht zu geben. Da, wo du nicht glauben musst, sondern ernstgenommen wirst und sein kannst. Ohne sofortige Deutung. Ohne Erklärung. Was spürst du gerade wirklich? Was fühlt sich stimmig an? Diese Fragen wirken unspektakulär, sind aber radikal. Sie holen Autorität zurück nach innen.
Vielleicht liegt genau darin die größte Provokation unserer Zeit. Spiritualität verliert ihren Status als Rettungssystem. Sie wird kein Aufstiegspfad, kein Leistungsprojekt, kein Identitätsersatz. Sie wird zu einem Raum, in dem Erfahrung zählt. Wissen inspiriert, ohne zu dominieren. Gemeinschaft verbindet, ohne zu binden. Entwicklung geschieht ohne Druck. Freiheit zeigt sich nicht in immer neuen Konzepten, sondern in der Bereitschaft, der eigenen Wahrnehmung wieder zu vertrauen — auch dann, wenn sie keine Dramen oder schöne Geschichten liefert.
Öfter mal „Nein“ sagen und dich entspannt in deine Kissen fallen lassen! Es gibt nix zu tun!
In diesem Sinne viel Ruhe und Befreiung
Danke an Susanne B., für die Idee zu diesem Lichtletter,
Herzlichst
Stefanie Menzel










